Home 
Leben 
seine Werke 
Weiteres 
Jubiläum 
Zoltingen 
Bauernweisheiten 
Impressum 

 

Michel Eberhardt
Wünsche zum Neuen Jahr...
Nocht wesch' d'r halt mei Hoimatländle
dass d's Jährle überschtoscht.
so friedle wia's seit alte Zeita
scho en d'r G'wohnat hoscht.


... aus seinem Leben

1913 - 2013 "Hundert Jahre Michel Eberhardt"
[weiterlesen]


Michel Eberhardt
Michel Eberhardt
In 
Zoltingen
Landkreis Dillingen/Donau

geboren am
28. Juni 1913

und in Zoltingen 
gestorben am
28. Oktober 1976

"Dia kloina Welt, 
dia ghört no mir, 
dia groaßa loss i flacka!"

Michel Eberhardt erfreute mit seinen meist in Mundart
geschriebenen, lebensnahen Gedichten und Werken
und wurde damit weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.
Alle seine Gedichte und Geschichten zeugen von seiner
tiefen Verwurzelung zur Heimat.
Der Krieg, der ihn nach Frankreich, Italien und Rußland brachte,
tat noch ein übriges dazu.

Michel Eberhardt (1913-1976) Michel Eberhardt


 

Sein Geburtshaus Geburtshaus Geburtshaus

Ungewöhnlich war es, wenn ein Bauer zur Feder griff, um Gedichte, Erzählungen, einen Roman, ein Schauspiel und etwa 200 Manuskripte für Rundfunksendungen, vornehmlich aus dem Alltag und über das Brauchtum seines eigenen Lebensbereiches, niederzuschreiben und teilweise zu veröffentlichen. Dieser nicht alltägliche Fall lag bei MICHEL EBERHARDT (1913-1976) aus dem Dörflein Zoltingen, unweit der oberen Kessel, vor. In einem kleinen, strohgedeckten Bauernhaus stand seine Wiege , und er wurde dort Bauer, wie seine Vorfahren es gewesen waren. Neben der Bauernarbeit auf dem Acker und im Stall las und schrieb er viel: "Ich schrieb mit heißem Herzen und mit heißem Kopf, und wenn beide wieder kühl wurden, dann erkannte ich qualvoll die Unzulänglichkeit des Geschaffenen", erzählte er in einer kleinen Selbstbiographie. Nachdem er sich ein Jahrzehnt lang um Gehalt und Form seiner schriftstellerischen Versuche bemüht hatte, begann er 1935 Gedichte, Erzählungen und heimatkundliche Studien zu publizieren. 1936 und 1938 gab er seine ersten Bücher heraus, "Bei os drhoimt" und "Baurafeierte" . Der zweite Weltkrieg, in dem Michel Eberhardt als Soldat in Frankreich, Rußland und Italien diente, und die sich anschließende Kriegsgefangenschaft, hielten ihn neun Jahre in der Fremde fest und ließen ihn erst ziemlich spät zur Übernahme des bäuerlichen Anwesens der Eltern und zur Gründung einer Familie kommen. Die Jahrzehnte zwischen etwa 1950 und 1970 bedeuteten sodann für ihn die Zeit fruchtbarsten schriftstellerischen Schaffens. Nach dem Gedichtband "Einsamer Ackergang" (1951) folgten "Der alte Brunnen" (1959), die ausgereifteste Sammlung seiner schwäbischen Gedichte, und die "Mensch und Erde" (1963) betitelten Geschichten und Verse aus dem Bauernleben. Entsprechend seinem Naturell, neigte Michel Eberhardt zu ernster, mitunter gedankenschwerer Dichtung. Nur teilweise bediente er sich dabei des herben Dialekts seiner Heimat in der Ostalb.

(Christian Linder)

QUELLE:
Der Landkreis Dillingen an der Donau
Ehedem und Heute
2. neubearbeitete Auflage
Dillingen 1982
Im Selbstverlag des Landkreises Dillingen a.d. Donau


 

 

(zur vergrößerten Ansicht bitte auf Bild klicken)


Der Landkreis Dillingen ehrte Michel Eberhardt bis 2003
 jedes Jahr an seinem Todestag mit einem Blumengebinde.

Ruhestätte von Michel Eberhardt auf dem Friedhof in Unterringingen

[nach oben]