Buggenhofen
Am Hahnenbach in einem Seitental der Kessel gelegen erhebt sich die sehenswerte barocke Wallfahrtskirche mit dem Gnadenbild, das im Jahre 1471 auf wunderbare Weise an der Stelle gefunden wurde, wo heute der Hochaltar in der Kirche steht. Das Gnadenbild dürfte im frühen 15. Jahrhundert entstanden sein. Der Kirchenraum in seiner jetzigen Gestalt wurde geschaffen in den Jahren 1674 bis 1680. Den prachtvollen Hochaltar schuf der Bildhauer Johann Georg Bschorer aus Oberndorf und die farbenprächtigen Fresken stammen von dem genialen Maler Johann Baptist Enderle aus Donauwörth (1769).
Östlich von Buggenhofen am Waldrand steht eine markante etwa 600 Jahre alte Stieleiche unter Naturschutz. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Wallfahrtskirche.
Der seit Generationen benützte Wallfahrtsweg von Bissingen zur Marienwallfahrt Buggenhofen mit neuen Skulpturen aus Juramarmor.
Tafeln am Stationenweg montiert >>>

Viele kommen im Mai nach Buggenhofen Bissingen l HER l Nicht nur die großen Wallfahrten erleben in den vergangenen Jahren eine Renaissance, sondern auch kleinere Wallfahrtsorte in der Heimatregion sind das Ziel vieler Pilger aus nah und fern. Knapp 30 Wallfahrtsgottesdienste, Messen, Maiandachten und Bittgänge stehen allein im Monat Mai im Wallfahrtskalender der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Buggenhofen. Am kommenden Samstag, 12. Mai, treffen sich wie jedes Jahr wieder die Seniorengruppen aus Schretzheim, Steinheim, Lauingen, Bergheim und Bissingen zur Seniorenwallfahrt zunächst im Schulhof der Bissinger Volksschule, um dann gemeinsam mit dem Musikverein Bissingen vom Kindergarten entlang des von dem Künstler Franz Hämmerle geschaffenen Stationenweges durch Flur und Wald nach Buggenhofen zu gehen. http://www.donau-zeitung.de Donau-Zeitung vom 11.05.2007
Buggenhofen hat eine alte Marienwallfahrt Bissingen (HER). Erfreulich viele Zuhörer waren es, die zum Vortrag des Stadtarchivars der Stadt Donauwörth, Dr. Ottmar Seuffert, in das Bissinger Pfarr- und Jugendheim gekommen waren. Der Referent, der sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Wallfahrt zur Gottesmutter Maria in Buggenhofen beschäftigt hatte, bot in seinem eineinhalbstündigen Vortrag eine Fülle von interessanten und detaillierten Informationen. Eingangs begrüßte der Vorstand des Bissinger Landvolks, Michael Seiler, die Gäste. Nach einem allgemeinen historischen Teil, der die Entstehung und das Aufblühen der Buggenhofener Wallfahrt beleuchtete, dokumentierte Dr. Seuffert anhand eines Mirakelbuches aus dem Jahre 1771 über die Wunder und die "Guttaten", die dem Gnadenbild von Buggenhofen zugeschrieben wurden, ausführlich das Wallfahrtswesen im Kesseltal. Eng verknüpft Die Geschichte der Stadt Donauwörth ist eng mit dem kleinen Dorf Buggenhofen verknüpft, das im Hahnenbachtal liegt, einem engen Seitental der Kessel. Im Jahre 1471 war den Quellen nach ein verfallener Altar und ein unversehrtes Gnadenbild - eigentlich eine aus Holz geschnitzte Figur der Gottesmutter Maria - vom Bauern des Abtsholzer Hofes in Buggenhofen gefunden worden. Der Fundort gehörte damals dem Donauwörther Kloster Heilig Kreuz. Nachdem sich binnen kurzem eine Wallfahrt aus dem Fundort entwickelte, zähle Buggenhofen zu den ältesten bekannten Marienwallfahrtsorten in ganz Bayern, so Dr. Seuffert. Aus dem Jahr 1530 ist eine Wallfahrt der Reichsstadt nach Buggenhofen überliefert. Allerdings gab es auch sogleich Streit um die sich mehrenden Opfergelder. Die Zwistigkeiten zwischen dem in Bissingen ansässigen Hans Schenk von Schenkenstein und Graf Ulrich von Oettingen mussten noch im Jahre 1471 vor dem kaiserlichen Landgericht in Rottweil verhandelt werden und endeten zugunsten des Oettingers. Dieser stiftete 1476 eine Kaplanei für die neu erbaute Kirche. Von Anfang an gab es auch zahlreiche Stiftungen für das Gotteshaus und die Wallfahrt. Einen herben Rückschlag erlebte diese im Dreißigjährigen Krieg, doch nach dreimaliger Ausplünderung der Kirche wurde die Wallfahrt schon 1648 wiederbelebt. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche durch mehrere Umbauten und die prachtvolle Innenausstattung weitgehend ihr heutiges Aussehen. 1771 wurden zum 300-jährigen Bestehen der Wallfahrt innerhalb einer Woche 10000 Kommunionen an Pilger gespendet. Im zweiten Teil seines Vortrages stützte sich Dr. Seuffert auf eine hochinteressante historische Quelle. Pater Bernhard Zimmermann aus Mönchsdeggingen hatte im Jahre 1753 ein Wallfahrtsbuch zur Wallfahrt von Buggenhofen verfasst, in dem er 280 Gebetserhörungen dokumentierte. Ein Exemplar der zweiten Auflage dieses Büchleins, 1771 datiert, ist im Besitz des Donauwörther Stadtarchives. In diesem Mirakelbuch überliefert der Pater, welche Pfarrgemeinden einst alle zur Gottesmutter nach Buggenhofen pilgerten. Das Ries und das Härtsfeld waren hier ebenso vertreten wie viele Pfarreien des Landkreises Dillingen und des Donautales bis über Donauwörth hinaus. Wunderbare Gebetserhörungen Erstaunt waren die Zuhörer anschließend, als der Referent eine lange Reihe von wundersamen Gebetserhörungen, den Mirakeln, und so genannten "Guttaten" mit dem Zimmermann-Buch belegen konnte. Auf Folien projiziert, konnten alle im Saal die Begebenheiten mitlesen, die einstmals Kesseltaler Bürger in höchster Not zur Stiftung von Messen, durch Durchführung einer Wallfahrt oder zum Stiften von Votivtafeln oder Votivgaben veranlasst hatten. Man litt regelrecht mit bei der Schilderung des Unfalles eines Bissinger Knaben, der unter ein Mühlrad gefallen war, oder eines Knechts aus Hochstein, der auf einem Wagen an einem Abhang in Lebensgefahr geraten war. Oft belegt ist die rasche und unerwartete Heilung bei Unfällen oder Krankheiten, die Maria in Buggenhofen zugeschrieben wurden. Ihr Beistand wurde erfleht bei Gefahren und Unglücksfällen, bei Krankheiten und Gebrechen aller Art, bei Naturkatastrophen oder zur Erhaltung des Viehs.
|
DZ vom 14.05.2005 |