schade um die schönen Bienen

 ..dieser Spuk (durch unmittelbar davor ausgebrachte Pestizide und Herbizide auf den Feldern bei strahlendem Sonnenschein) begann vom 06.06. Abends bis zum 07.06.2010! 

Oberringingen

07.06.2010 16:40 Uhr  www.donau-zeitung.de

Bienen liegen tot vor ihrem Stock

Von Katharina Gaugenrieder

Oberringingen Seine 20 Bienenvölker sind der ganze Stolz von Johann Oßwald. Ohne Verluste hat der Hobbyimker aus Oberringingen sie durch den langen und harten Winter gebracht. Doch jetzt sterben seine Bienen plötzlich wie die Fliegen. Im Gras vor den Bienenkästen liegen Hunderte verendete Tiere, einige von ihnen bewegen sich noch schwach. „Die sterben dann innerhalb von knapp einer Stunde“, sagt der Imker. Für Johann Oßwald eine Katastrophe. „Jetzt, wo das Wetter endlich besser wird, ist es einfach schlimm, dass die Völker so geschwächt werden.“

Den möglichen Grund für das Bienensterben hat Johann Oßwald bereits ausgemacht. „Seit gestern wird auf den Feldern wieder sehr viel gespritzt, gegen das Unkraut im Mais“, sagt Oßwald. Schon im vergangenen Jahr, als der Raps im Herbst noch einmal blühte, seien viele Bienen nach einer Spritzaktion tot vor dem Stock gelegen.

„Das ist schade. Wir wollen einfach an die Landwirte appellieren, dass man da ein bisschen Rücksicht nehmen sollte“, sagt Margarethe Oßwald. „Dabei wollen wir niemanden angreifen. Wir hatten ja früher selbst eine Landwirtschaft.“ Eugen Bayer, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, kann sich die Sache nicht erklären. „Das dürfte normalerweise nicht vorkommen. Schließlich gibt es da ganz klare Regelungen für den Einsatz der Spritzmittel“, sagt er. In keinem anderen Land seien die Auflagen für die Zulassung der Mittel so streng wie in Deutschland. „Auf den Flaschen sind dazu auch ganz genaue Anwendungshinweise angegeben“, sagt Bayer. In den vergangenen Tagen hätten die Landwirte hauptsächlich den Mais behandelt. Denn nach den langen Regentagen, in deren Folge man aufgrund der Feuchtigkeit nicht auf die Felder habe fahren können, sprieße dort nun das Unkraut.

Dass bei den Spritzaktionen Bienen zu Schaden kommen, sagt Bayer, sei aber natürlich nicht im Sinne der Landwirte. „Die brauchen ja die Bienen auch und es ist natürlich jeder daran interessiert, dass keine Fehler passieren.“ Vereinzelt komme das aber immer wieder vor, sagt Alois Schuster vom Imkerverein Holzheim. Er rät, die Bienen testen zu lassen, um Gewissheit über die Ursache für ihren Tod zu erlangen.

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