2010
Premiere für Leo und Lotus auf dem Acker
Holzheim Keine Spur von Premieren-Lampenfieber: Leo und Lotus ziehen den
Pflug beim gestrigen Feldtag in Holzheim, als seien sie nichts anderes gewohnt.
Dabei ist es für die beiden vier und fünf Jahre alten Noriker-Tigerschecken das
erste Mal, dass sie vor großem Publikum pflügen. Erst seit eineinhalb Jahren
trainiert der Holzheimer Holzrücker (nomen est omen) Michael Burgkart (40) die
österreichischen Kaltblütler. Denn seine schweren polnischen Warmblüter Max und
Moritz kommen langsam ins Rentenalter (117 und 19 Jahre). Die vier wichtigsten
Kommandos beherrschen die Noriker schon.
Alte Dreschmaschine von Ködel & Böhm
Doch das „Brrrr“ und „Hüüüa“ geht plötzlich in ohrenbetäubendem Lärm unter.
Rudolf Mayr hat sein Allgaier „Diesel-Ross“ angeschmissen und die Schwungscheibe
bringt die Dreschmaschine Jahrgang 1954 aus dem Hause Ködel & Böhm auf
Touren. Martina Burgkart muss sich sputen, damit sie mit dem Einwerfen der Ähren
nachkommt. Woher das Sprichwort kommt, wonach sich die Spreu vom Weizen trennt,
sieht man auf der Seite der Maschine, wo den Zuschauer die Spreu von oben bis
unten einhüllt.
Die Freunde alter Fuhrwerke und Fahrzeuge haben auch heuer wieder Riesenglück
mit dem Wetter. Michael Burgkart weiß auch warum: „Wir gehen jedes Jahr am 3.
Oktober wallfahrten, das hilft.“
Mit seinen belgischen Kaltblütern - eindrucksvolle Riesenrösser - ist der
Gabelbacher Günther Drexler nach Holzheim gekommen. Er zeigt, wie man beim
Arbeiten mit dem Bindemäher und beim Holzrücken die Pferde mit dem sogenannten
„Stoßzügel“ führt. Dabei hat nur das linke Tier eine Leine, das rechte läuft so
mit, weil ohnehin zu 99 Prozent alles über Stimmkommandos läuft.
Neben den Pferden ziehen auch die rund 150 verschiedenen Traktoren, Trecker,
Schlepper und Bulldogs das fachkundige Publikum an. Circa 50 Motorräder und Pkw
- alles Oldtimer, versteht sich - sind ausgestellt. Renate Wengenmayr aus
Aislingen ist mit Tochter Sophie und deren Freundin Franzi von Aislingen nach
Holzheim gekommen: mit dem alten Güldner von 1958, den die beiden Mädchen am
Vortag fleißig geputzt und geschmückt haben. Als Lohn durften sie mit dem im
Originalzustand erhaltenen Erbstück des Opas auf dem Bock mitfahren.
Mehr über die Noriker Leo und Lotus unter www.burgkarthof.de
www.donau-zeitung.de
vom 23.08.2010

2009
Max und Moritz vor dem Pflug des deutschen Meisters
Holzheim Alfons Spatz (61) kann sich noch erinnern, dass in der elterlichen
Landwirtschaft in Schwabmünchen eine Dreschmaschine der Marke Ködel & Böhm
aus Lauingen im Einsatz war, als er noch ein kleiner Bub war. Heute ist der
Holzheimer Gründungsmitglied der Freunde alter Fuhrwerke und Fahrzeuge und hat
in einer Arbeit von mehreren hundert Stunden selbst einen Oldtimer hergerichtet,
einen 3-Zylinder-Cormick des Baujahrs 1959. Die rund 60 Jahre alte
Dreschmaschine, Eigentum des Vereins, zog am gestrigen Sonntag besonders die
interessierten Besucher an.
Vorsitzendem Rudolf Mayer und seinen rund 80 Mitgliedern war wieder eine
sehenswerte Ausstellung gelungen, bei der nicht nur Traktoren, Schlepper und
Bulldogs verschiedenster Fabrikate und Baujahre zu bestaunen waren, sondern auch
altes Erntegerät sowie Pkw- und Motorrad-Oldtimer.
Den kleinen Besuchern hatten es besonders die Pferde angetan. Paul und Nico,
zwei belgische Kaltblüter aus Gabelbach zeigten Rückearbeiten mit riesigen
Baumstämmen, die die fast eine Tonne schweren Arbeitspferde mühelos zogen.
Ein dreifacher bayerischer und amtierender deutscher Meister konnte mit
Gerhard Eggenmüller aus Lutzingen bei der Arbeit auf dem Feld beobachtet werden.
Seine beiden Pferde, Max und Moritz, mit Namen, zogen sauber Furche um
Furche.
Chevrolet aus dem Jahr 1930
Bei den Oldtimern stachen u. a. ein Chevrolet aus dem Jahr 1930 von Lothar
Bauer aus Schwenningen hervor, der im schönen Kontrast neben einem Ford Capri,
Breitbau, mit 160 PS stand.
Vorführungen wie Bindenmäher im Einsatz von nur einem PS gezogen,
Traktor-Pulling, Alphornbläser und Goislschnalzer sowie die bekannt leckere
Küche der Oldtimerfreunde aus Holzheim sorgten dafür, dass bereits zur
Mittagszeit rund 1500 Besucher das Gelände an der Raiffeisenstraße
bevölkerten.
Donau
Zeitung vom 24.08.2009 http://www.donau-zeitung.de
Feldtag
2009 - Bilder
von Gerhard Selig
weiter
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Presse:
Feldtag
2008 >>>
Kreisanzeiger
http://www.kreisanzeiger.de

2008
Donau-Zeitung:
Nico und Paul sind geduldig und bärenstark
Holzheim Nico und Paul sind fünf und
sechs Jahre alt, bärenstark, sehr geduldig und von ruhigem Gemüt und beherrschen
sechs Kommandos. Nico und Paul sind belgische Kaltblütler und von Beruf
Rückepferd. So nennt man die kräftigen Vierbeiner, die zur Waldarbeit
herangezogen werden. Vorteil: Sie können auch in unwegsamem Gelände eingesetzt
werden und sie verrichten ihre Arbeit sehr umwelt- und bodenschonend. Nico und
Paul gehören Günther und Anton Drexel aus Zusmarshausen. Sie demonstrierten ihre
Arbeitsweise beim Holzrücken und beim Verladen am gestrigen Sonntag während des
Feldtages der „Freunde alter Fuhrwerke“ Holzheim.
Einblick in das
Arbeiten früherer Tage
Vorsitzender Rudolf Mayer und seinem Team ist es
gelungen, eine sehenswerte Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Dabei ging es
weniger um die Ausstellung alter Fahrzeuge, sondern um die Darstellung, wie die
bäuerliche Landwirtschaft früher funktionierte, als die Menschen mit Pferd und
Wagen arbeiteten, weil es noch keine motorbetriebenen Landwirtschaftsmaschinen
gab. Man stand bei Tageslicht auf und arbeitete bis
Sonnenuntergang.
Einer, der sich noch daran erinnert, wie es früher war,
ist Hermann Korber (63) aus Donaualtheim. Er wuchs auf dem Bauernhof auf und war
lange Jahre auf verschiedenen Gütern Schlepperfahrer. Er sagt: „Ich kann noch an
die Zeit zurückdenken, als für den Betrieb des Strohbinders noch drei Pferde
notwendig waren. Da waren dann die Traktoren eine echte große Hilfe, bevor die
richtigen Mähdrescher kamen.
Eine der ersten Dreschmaschinen ist die
„Rhön 55“ von Ködel & Böhm aus Lauingen. Sie hat noch keinen eigenen Antrieb
und muss via Schwungscheibe und Riemen angetrieben werden. Beim Feldtag in
Holzheim besorgte dies ein alter, aber schön renovierter „Allgaier“. Hermann
Korber erinnert sich, dass in seiner Jugend dafür der 28er Lanz mit Glühkopf
verwendet wurde. Korber: „Das war mein Lieblingsschlepper. Der war stark und
zuverlässig bei der Feldarbeit.“
Bereits am gestrigen Mittag waren viele
Besucher auf dem Feld und im großen Zelt der Freunde alter Fuhrwerke. Sie ließen
sich von Alphornbläsern musikalisch unterhalten und von der Küche
verwöhnen.
Nicht nur viele alte Bulldogs und ehemaliges
landwirtschaftliches Gerät wurden gezeigt. Vor allem Anklang fanden die vielen
Vorführungen mit Pferden und Schleppern. So war auch Gerhard Eggenmüller aus
Lutzingen mit seinen süddeutschen Kaltblütlern bei der Feldarbeit zu sehen.
Eggenmüller, mehrfacher bayerischer und deutscher Meister und Vizemeister hat
erst jüngst seinen Titel in Mildenberg verteidigt (ausführlicher Bericht folgt).
Der Traktor des Bayerischen Bauernverbandes - ganz aus Stroh - war besonders bei
den kleinen Besucherinnen und Besuchern als Spielplatz beliebt.
Eine
Bildergalerie über den Feldtag finden Sie unter www.donau-zeitung.de
Donau-Zeitung
vom 25.08.2008 http://www.donau-zeitung.de
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