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Konzert
Ein Tänzchen mit alten Freunden
Schlager-Duo „Amigos“ sang vor 1000 Fans in Höchstädt Von Yvonne Salvamoser
Karl-Heinz und sein Bruder Bernd sind die „Amigos“. Am Freitagabend traten sie in der ausverkauften Nordschwabenhalle in Höchstädt auf.
Die langstieligen Rosen hat Renate Reiser schon unter ihrem Stuhl in der zweiten Reihe bereitgelegt. Sie sind für Karl-Heinz und Bernd bestimmt, den „Amigos“. „Ich bin großer Fan“, sagt die Dillingerin, kurz bevor das Schlager-Duo am Freitagabend die Bühne in der Höchstädter Nordschwabenhalle betritt.
Duo mit Sinn für Humor
Später, als sie die Blumen am Bühnenrand überreicht, nimmt Sänger Bernd Ulrich die Geste zum Anlass, das nächste Lied anzukündigen: „Was die Augen nicht seh’n, was die Ohr’n nicht versteh’n, musst du fühlen …“, singen sie. Hat doch der 60-Jährige zuvor passenderweise in die Dornen gegriffen und die über 1000 Zuhörer mit einem kessen Kommentar darüber zum Lachen gebracht.
Überhaupt beweisen die Geschwister während des knapp zweieinhalbstündigen Konzerts, Humor und nehmen sich dabei auch einmal selbst auf die Schippe. So lässt Sänger Bernd ihre Geschichte kurz Revue passieren: Beim Fernsehen seien sie zunächst nicht gut angekommen. „Was wollen wir mit so zwei alten Vögeln?“, berichtet er zum Amüsement des Publikums von den Reaktionen. Ihr Hit, „Dann kam ein Engel“, den die Amigos schließlich 2006 bei ihrem ersten TV-Auftritt im MDR präsentierten, durfte an diesem Abend nicht fehlen. Die Zuhörer hatten die beiden aber da schon längst auf ihrer Seite. Nicht nur zu dieser eingängigen Melodie singen viele der größtenteils älteren Konzertbesucher mit, schwenken bunte Leuchtstäbe im Takt des rührigen Songs. Immer wieder binden sie ihr Pulbikum ein, widmen Harald Pfänder, der mit seiner Frau eigens aus Weiden in der Oberpflanz in die Donaustadt gekommen ist, zum 50. Geburtstag einen Titel. „Das ging unter die Haut.“
Auch Jutta Mehringer erwartete nicht nur einen lustigen Schlagerabend: „Die Lieder stimmen nachdenklich“, sagt die Gremheimerin. Die „Amigos“ singen anders als viele ihrer Musikantenkollegen nicht nur von einer heilen Welt, auch wenn sie ihren Zuhörern zu Beginn wünschen, dass diese für einen Moment die Alltagssorgen vergessen können. Sie thematisieren Kindesmissbrauch, den plötzlichen Tod eines Freundes und den Schmerz über unerfüllte Liebe.
„Hey! Hey! Hey!“
Nicht nur bei diesen melancholischen Liedern, auch bei fetzigeren Songs, verharren die Musiker aber fast regungslos auf der Bühne. Nur die passenden Videos, die über die Leinwand hinter ihnen flimmern, sorgen für ein bisschen Action. Dass sie echte Stimmungskanonen sein können, beweisen die Brüder erst am Ende der Show, als sie ihren Hitmix zu satten Beats singen. Die meisten Zuschauer stehen, klatschen, skandieren „Hey! Hey! Hey!“.
Und viele Paare tanzen vor der Bühne als hätten sie den ganzen Abend darauf gewartet.
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vom 15.11.2011
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