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Nordschwaben in alten Ansichten
Alte Ansichten und neue Einsichten - Bildband gibt Einblicke in die regionale Baugeschichte
Danke an Frau Neumeyer für die Fotos! (gne). Mit ihrem Bildband
"Nordschwaben in alten Ansichten - Fotografische Dokumentation
einer Kulturlandschaft 1924--. 1938"
möchten der Autor Erich Hofgärtner und der Verleger Dr. Rudolf Wittmann die
regionale Baugeschichte unserer Kulturlandschaft dokumentieren, wie sie sich
in der Zeit zwischen den Weltkriegen dargestellt hat. Im Rieser Bauemmuseum in
Maihingen stellten sie einem interessierten Publikum den Fotoband an lässlich
der Eröffnung der gleichnamigen Sonderausstellung vor.
Nach der musikalischen Einstimmung durch die
Hofmarkmusik Gempfing begrüßte Museumsleiterin Dr. Ruth Killian dazu zahlreiche
Ehrengäste. Sie betonte den besonderen Wert historischer Fotografien als bedeutende sozialgeschichtliche Quellen. Anschaulich erklärte sie, wie aufwändig
das Fotografieren für den Leiter des Landbauamtes Donauwörth, Hans Lippert,
mittels einer ReisePlattenkamera 13 auf 18 Zentimeter damals gewesen war.
"Fotografien erscheinen als objektive Abbilder der Realität, doch kommt
es auch dabei immer auf den Blickwinkel, die Intention des Fotografen
an", stellte sie fest. Dem Autor Erich Hofgärtner sei mit seinem Buch
bestens gelungen, die Intention von Hans Lippert nachzuvollziehen, die Schönheiten
einer einfachen, regionalen Architektur als beispielhaft festzuhalten mit dem
Ziel die ländliche Baukultur daraus weiterzuentwickeln. Authentischer Blick "Auch wenn die
Aufnahmen administrativer Herkunft sind, werden sie beim Betrachten schnell
feststellen, dass sie einen unverstelIten, authentischen Blick auf die nordschwäbische
Kulturlandschaft ihrer Zeit geben", waren Erich Hofgärtner und Rudolf
Wittmann von der Qualität der Aufnahmen Lipperts begeistert. Die Ziele Lipperts
"unwiederbringliches Gut unserer Heimat" zu erhalten, seien auch
heute noch aktuell. Sowohl Ausstellung als auch Fotoband vermittelten einen
Eindruck von der Sammlung - insgesamt rund 2500 Einzelbilder - als Ganzes. Allerdings
hätten sie überwiegend Motive gewählt, die heute nicht mehr existierten und
dabei einen Schwerpunkt auf das Bauen im ländlichen Raum gelegt. So zeigen Buch
und Ausstellung neben Städten und Märkten,
Kirchen, Burgen und Schlössern vor allem die typischen Bauernhäuser aus den
vier Altlandkreisen Dillingen, Nördlingen, Donauwörth und Neuburg a. d. Donau.
"Gerade im Hinblick auf das ländliche Bauen eine vielgestaltige und
differenzierte Region", so Hofgärtner. Rudolf Wittmann freute sich, mit dem bekannten Filmemacher Dieter Wieland einen Gastredner gewonnen zu haben, der sich selbst der "Topographie zu deutsch Ortsbeschreibung" und dem Erhalt der ursprünglichen Gebäude und Landschaften verschrieben habe. Wieland sei nicht nur Vorführer von Bildern, sondern Vordenker und Impulsgeber für Erkenntnisprozesse, die auch zur Entstehung des Buches beigetragen hätten. Revolutionäre Ideen Dieter Wieland rückte
die Person Hans Lipperts als einen "bayerischen Beamten mit revolutionären
Ideen" in den Mittelpunkt seiner Rede. "Auf dem Weg von München nach
Maihingen wäre Lippert spätestens in Donauwörth ins Koma gefallen",
bezog Wieland kritisch gegen die Zersiedelung der Landschaft und gegen etliche
aktuelle Bausünden Stellung. Er betonte das Engagement des Oberregierungsbaurates
für Landschaftsschutz, Heimatpflege und den Erhalt historischer Bauten.
"Lippert führte schon damals mit viel Idealismus einen Kampf gegen die
Verhässlichung, gegen Zerstörung und für Bewahrung von Bewährtem und für
Qualität." Nach diesem
flammenden Appell für ein Umdenken in der Architektur führten die großformatigen
Aufnahmen der Ausstellung den begeisterten Betrachtern eine fremde und doch so
nahe Welt vor Augen. Typische schlichte Bauernhäuser, Szenen bäuerlichen
Lebens, Dorf- und Stadtansichten, die noch bis nach dem Krieg die Ortsbilder
geprägt hatten bevor sie den modernen Ansprüchen und der Abrissbirne zum
Opfer gefallen waren. info Die
Ausstellung ist bis 14. Mai täglich. außer Montag und Freitag von 13 bis 17 Uhr
geöffnet. Rieser Nachrichten vom 3.April 2006
Denkmalpflege heute :
Vorbilder zur Nachahmung empfohlen Von unserem Redaktionsmitglied Margot Sylvia Ruf Dillingen/Lutzingen Vorbildliche Initiativen in der Denkmalpflege mit Urkunden zu honorieren sei mehr als nur Pflichtgefühl des Landkreises, erklärte Landrat Leo Schrell bei einer Feierstunde im Bürgerhaus Lutzingen. 49 Objekte, darunter private Häuser, Kirchen, Kapellen, Brunnen und Plätze, Feldkreuze und Bildstöcke, Türme und Vereinsheime waren unter den ausgezeichneten Objekten. Dass die Heimat liebenswert bleibe, dafür könnten nicht Behörden, Kirchen und Landkreise allein sorgen, sagte der Landkreischef. Es seien vielmehr verstärkt die Bürger, die mit ihrer privaten Denkmalpflege und ihrem Gefühl für Geschichte und Kultur einen wesentlichen Beitrag leisten, so Schrell. Der Wettbewerb, der zum 26. Mal durchgeführt wurde, habe in den Jahren von 1979 bis 2005 908 Objekte bedacht. Insgesamt seien laut Landkreischef 64 308 Euro an Prämien ausgeschüttet worden. Die Aktion des Landkreises bedenke anerkennenswerte Beispiele der Denkmal- und Ortsbildpflege und wolle zur Nachahmung anregen, stellte der Landrat fest. Für die Feier hatte Bürgermeister Michael Waldenmayer gerne das Bürgerhaus in Lutzingen zur Verfügung gestellt, das ebenfalls zur Liste der Objekte gehörte, die dem Landkreis eine Anerkennungsurkunde wert waren. Musiker der Musikkapelle Lutzingen umrahmten die Veranstaltung unter der Stabführung von Eugen Götz. Herausragende Objekte Zu den herausragenden Objekten zählten im Rahmen des Denkmalpflegewettbewerbes unter anderem der sanierte ehemalige Reitstall der Schlossökonomie in Haunsheim genauso wie der wieder aufgebaute Geigerturm in Höchstädt, der teilweise eingestürzt war. Auch die Renovierung des Höchstädter Schlosses und des ehemaligen Salzstadels in Lauingen zählten zu den besonders bewerteten Projekten. Anerkennungsurkunden gab es außerdem für den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Benefiziatenhauses in Lauingen und des Klosterbräu-Gebäudes in Unterliezheim. Bürgermeister und Privatleute aber auch kirchliche Kreise, Vereine und Banken wurden für ihre Aktivitäten oder ihr Mäzenatentum gelobt. Landrat Schrell dankte bei der Feier besonders Klaus Hille aus Haunsheim, der die Objekte fotografiert hatte. Donau-Zeitung vom 30.11.2005 http://www.donau-zeitung.de
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