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Vorerst bekommt nur Oberliezheim schnelles Internet
Bissingen entscheidet sich gegen Ausbau in Kesselostheim und Burgmagerbein
Von Simone Bronnhuber
Bissingen
Leicht haben es sich die Bissinger Räte nicht gemacht. Lange wurde am vergangenen Dienstagabend bei der Sitzung diskutiert. Trotzdem ist der Gemeinderat zu der Entscheidung gekommen: Vorerst soll nur Oberliezheim schnelles Internet bekommen.
Vorgestellt wurden die Ergebnisse der Breitbandausschreibung für Oberliezheim, Kesselostheim und Burgmagerbein. Alle drei Ortsteile entsprechen den Kriterien für eine Förderung in Höhe von 70 Prozent. Das Problem: Lediglich ein Anbieter hat ein Angebot für den Ausbau mit Glasfaser abgegeben – zu teuer für die Marktgemeinde. „Wir müssen uns zwischendurch einfach von den großen Investitionen erholen und dann wieder neu anpacken“, sagte Bürgermeister Michael Holzinger. Er könne sich nicht für die große Variante entscheiden, „da hätte ich Bauchschmerzen“.
Rund 387000 Euro für alle drei Ortsteile
Die große Lösung sieht vor, alle drei Ortsteile zu erschließen. Abzüglich der Förderung müsste die Gemeinde einen Eigenanteil in Höhe von rund 387000 Euro zahlen. „Das können wir uns derzeit einfach nicht leisten. Das gibt unser Haushalt nicht her“, sagte Gemeinderat Stephan Herreiner (CBU).
Auf der anderen Seite sah er aber auch die Notwendigkeit von schnellem Internet: „Das ist heute immer mehr gefragt.“
In diesem Zwiespalt war auch Holzinger: „Ich sehe ein, dass schnelles Internet ein wichtiges Kriterium ist, um sich irgendwo niederzulassen. Aber ich sehe auch, dass die Finanzierung in dieser Höhe schwierig wird.“
Gemeinderat und Breitbandpate Peter Sporer (WGO) plädierte für den Ausbau: „Wir dürfen jetzt nichts versäumen und uns auch die Förderung nicht durch die Lappen gehen lassen.“
2. Bürgermeister Ottmar Hurler sagte: „Wenn wir unsere Krippe vollkriegen wollen, müssen wir auch etwas bieten. Wenn schnelles Internet da ist, wird es auch genutzt.“
Für Helmut Herreiner (FW) kam allerdings nur eine Variante infrage: „Wir können uns den kompletten Ausbau derzeit einfach nicht leisten. Aber wir sollten am Ball bleiben. Deshalb sollten wir mit Oberliezheim mal anfangen.“
So sah es auch Georg Hirner (CSU): „Wir können nicht alle drei gleichzeitig anschließen. Das ist unmöglich.“ Werner Wiedemann (WGU) hatte noch einen weiteren Vorschlag: „Vielleicht kann man Oberliezheim im Zuge der anstehenden Kanalarbeiten anschließen.“
Der Glasfaserausbau für Oberliezheim und Kesselostheim würde die Gemeinde rund 170000 Euro kosten. Mit knapp 40000 Euro müssen die Bissinger nur für Oberliezheim rechnen – abzüglich der Förderung von 70 Prozent. Für letztere Variante haben sich die Räte schließlich einstimmig entschieden. „Mehr ist momentan einfach nicht drin“, so Holzinger. Sowohl die Investitionen für die Kinderkrippe, die Schule oder das Rathaus belasten den Haushalt stark, so der Rathauschef. Im ersten Schritt stimmte der Gemeinderat geschlossen zu, eine Förderung zu beantragen – vorerst für Oberliezheim. Aber nur unter der Bedingung, dass es die maximale Förderung gibt und die Finanzierung im Haushalt gesichert ist. Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe zum Thema DSL unter der Leitung von Peter Sporer gegründet.
www.donau-zeitung.de
vom 27.10.2011

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