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Donau-Zeitung
vom 29.01.2005
Sie liebt die Blasmusik Kesseltaler Dirigentin Sieglinde Linder spielt viele Instrumente und bildet auch junge Leute aus Von unserem Redaktionsmitglied Margot Sylvia Ruf http://www.donau-zeitung.de Bissingen Sie sprüht vor Heiterkeit, hat ein großes Herz für die Musik und speziell das Dirigieren. Sieglinde Linder (34) aus Leiheim gestaltet mit ihrer Kapelle "Musikverein Kesseltal Bissingen" das dörfliche Leben in Bissingen selbst und in den vielen Ortsteilen, die dazu gehören, lebendig mit. Die Bankkauffrau widmet den Löwenanteil ihrer Freizeit der Musik bei dem Kesseltaler Verein. Linder gehört zu der Hand voll Frauen, die in Kapellen im Landkreis, von denen es rund 30 gibt, die Stabführung übernommen haben. Überhaupt stellten weibliche Wesen mittlerweile in den Klangkörpern schon mehr als die Hälfte der aktiven Musiker, freut sich die gebürtige Steinheimerin, die nun seit etwa vier Jahren im Kesseltal beheimatet ist. Zünftig im Dirndl Ihr Mann habe viel Verständnis für ihr großes Hobby, erzählt die Dirigentin des Musikvereins Kesseltal. Erst kürzlich trat sie mit ihrer Kapelle bei der feierlichen Sportlerehrung in Bissingen auf. Sie ist dann zünftig im Dirndl zu sehen, so, wie sie halt dann zu ihren Musikern und Musikerinnen passt. Aber auch Gottesdienste gestaltet sie mit dem Klangkörper in Bissingen und den Ortsteilen musikalisch aus. Man spielt bei Festen genauso wie bei Jubiläen, verweist Linder. Am kommenden Sonntag mache die Jugendkapelle unter der Leitung von Annette Paulus gar beim Faschingsumzug in Höchstädt mit. "Bei den Bissinger Kapellen herrscht Frauenpower", lacht die Dirigentin, die die staatliche Anerkennung in der Laienmusik erworben hat. "Ich besitze dafür eine Urkunde des Kultusministeriums", sagt die 34-jährige Frau nicht ohne Stolz. Die Musik ist für sie nach der Arbeit als Angestellte in Diensten der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen ein wunderbarer Ausgleich. Mittlerweile beherrscht Linder eine Vielzahl von Musikinstrumenten. Sie liebäugelt jetzt nach Tenor- und Flügelhorn, Posaune und Schlagzeug, Waldhorn, Keyboard und Klavier sowie Blockflöte auch noch mit dem Saxophon. Auch ein eher seltenes Instrument wird von ihr favorisiert: das Alphorn. Sie spielt es noch zusammen mit weiteren drei Frauen und Mädchen in Steinheim. In Finningen musiziert Linder gelegentlich mit den Dorfmusikanten. Außerdem gibt sie in Bissingen jungen Menschen Musikunterricht. Eine geballte Fülle von Aufgaben, die sich die Leiheimerin da gestellt hat. Aber alles, was eben mit Musik verbunden ist, macht ihr unglaublich Freude. Als Kind begonnen Begonnen hat die junge Frau als Kind mit mit der Blockflöte. Auch der Vater beherrscht dieses Instrument. Die Oma sang im Kirchenchor. "Aber eine ausgesprochen musikalische Familie sind wir nicht", sagt Sieglinde Linder. Auf dem Bona-Gymnasium in Dillingen erlernte die heutige Kesseltaler Dirigentin noch das Klavierspielen. In ihrer Heimatgemeinde Steinheim war sie bei der 1985 neu gegründeten Musikkapelle gleich dabei. Nach den ersten Grundlehrgängen für Bläser entdeckte sie plötzlich ihre Begeisterung am Dirigieren. Damit begann ihr musikalischer Werdegang, der sie auch als Dirigentin der Musikkapelle nach Binswangen führte. Danach wollte sie eigentlich etwas leiser treten mit dem Engagement im Musikleben. Doch nach ihrem Umzug vor vier Jahren ins Kesseltal kam Annette Paulus von der Jugendkapelle Bissingen auf sie zu. "Dann sagte ich doch ja zur Übernahme des Dirigentenjobs", sagt Sieglinde Linder. Wie schätzt die junge Frau nun den Stellenwert der Blasmusik ein? Sie plädiert dafür, bei aller heute vielfach angestrebten Modernität in diesem Bereich deren traditionelle Wurzeln nicht zu vergessen. "Auch an einer Polka kann man noch wunderbar feilen", meint Linder. Mit ihren Musikern hat sie erst kürzlich mit viel Engagement und Begeisterung die Feuerwerksmusik von G.F. Händel einstudiert und auch schon öffentlich präsentiert. "Natürlich fehlen uns da einige Besetzungen wie etwa die Pauke", sagt sie. "Wir spielen das halt in reduzierter Form."
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