Marianne Beierle

 

 

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Marianne Beierle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mariä Himmelfahrt

Kräuterbüschel

 Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Kräuterbüschel an Mariä Himmelfahrt - Schutz fürs ganze Jahr

Am 15. August feiert die katholische Kirche das größte Marienfest.

Bereits am 1. November 1950 hat Pius XII. die Lehre, daß Maria mit Leib und

Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde als Glaubenssatz verkündet und damit die seit alters vorhandene christliche Glaubensüberzeugung endgültig in einem Dogma zusammengefasst. Das Fest "Mariä Himmelfahrt" richtiger das "Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel", ist in der Ostkirche bald nach dem Konzil von Ephesus (431) aufgekommen. Von Kaiser Mauritius (582-602) wurde der 15. August als staatlicher Feiertag anerkannt. In der römischen Kirche wird das Fest seit dem 7. Jahrhundert gefeiert.
Die Kräuter, die an diesem Tag geweiht werden sollen nach der Legende an den Wohlgeruch erinnern, den die Jünger beim Öffnen des Grabes Mariens verspürten. Wahrscheinlich aber geht die Kräuterweihe auf ein vorchristliches Erntefest zurück.

In der Ostkirche wird über den Heimgang und die Aufnahme Mariens in den Himmel folgende Legende überliefert:
Als die Zeit gekommen war, da es unserem Erlöser gefiel, seine göttliche Mutter zu sich zu nehmen, ließ er ihr drei Tage zuvor ihren Übergang aus diesem vergänglichen Leben zum ewigen und seligen Leben ankünden. Als die Jungfrau dies vernommen hatte, eilte sie und bestieg den Ölberg, um dort zu beten und Gott zu danken. Dann kehrte sie in ihr Haus zurück und bereitete das Notwendige für ihr Begräbnis vor. Indessen versammelten sich die Apostel, die auf Wolken von den Enden der Erde gekommen waren, wohin sie sich zerstreut hatten, um das Evangelium zu verkünden, im Hause der heiligsten Jungfrau. Sie erklärte ihnen den Grund ihrer unerwarteten Zusammenkunft, tröstete sie mütterlich, erhob dann ihre Hände zum Himmel, betete für den Frieden der Welt, legte sich auf ihr Lager, nahm die gewünschte Haltung ein und gab so ihre heiligste Seele in die Hände ihres Sohnes und Gottes zurück.

Die Apostel trugen ihren heiligen Leib hinaus und bestatteten ihn in Gethsemani. Aber drei Tage später erschien ihnen während einer Trostversammlung, da sie nach der Gewohnheit das Brot im Namen Jesu brachen, die Jungfrau im Himmel und sprach zu ihnen:"Seid gegrüßt!" Da wußten sie, daß sie mit ihrem Leib in den Himmel aufgestiegen war.

In vielen katholischen Gemeinden wird am Hochfest "Mariä Himmelfahrt" die Kräuterweihe abgehalten. Wir sind umweltbewußter geworden. Wir betrachten

wieder die Heilkraft vieler Pflanzen und Gewächse. In gläubigem Vertrauen erbitten wir durch die Segnung Gottes Hilfe. Der gläubige Mensch erhofft im Segensgebet der Kräuterweihe für sich und seine Umwelt heilende Kraft.

Ein Segensgebet aus dem 10. Jahrhundert lautet so: Allherrschender Gott, du Arzt für Seele und Leib, in unerforschlicher Weisheit hast du die Fülle von Pflanzen als heilwirkende Medizin für die Kranken geschaffen .... Erfülle diese Kräuter mit deinem heilsamen Segen, und jedem Kranken, der sie gebraucht, seien sie Arznei für den Leib und Kraft für die Seele, auf daß er dir Dank abstatte ...
In Fortführung dieser Tradition läßt das heutige Segensgebet den ursprünglichen Sinn der Kräuterweihe noch deutlicher werden: "Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude ... "
Kräuter und Pflanzen sind Zeichen die über sich hinausweisen: Im Mittelpunkt steht das Heil des ganzen Menschen, das Wirken Gottes in Schöpfung und Erlösung.

Warum dieser Brauch am höchsten Marienfest?

Der äußere Grund: Blumen, Kräuter und Ähren stehen in der vollen Pracht der Reife. Der theologische Grund: An Maria hat "der Mächtige Großes getan, sie über alle Geschöpfe erhoben" und in den Himmel aufgenommen. So danken wir an ihrem Fest für alle Wunder der Schöpfung, deren größtes Maria, die Mutter des Herrn, selbst ist. Wir bitten nicht nur um Heilung und Gesundheit sondern um das Heil, das uns in Gemeinschaft mit Gott geschenkt wird.

Das Kräuterbüschel-Binden an Maria Himmelfahrt ist ein Jahrhunderte alter Brauch. Am "Frauentag", wie der Mariä-Himmelfahrtstag auch genannt wird werden aus Garten und Flur die verschiedensten Heil- und Gewürzkräuter gesammelt und zum Kräuterbüschel gebunden. Er wird mit in den Festgottesdienst genommen und in der Kirche geweiht. Nach altem Brauch wird der geweihte Buschen zum Schutz von Mensch, Tier, Haus und Hof im Dachboden oder im Herrgottswinkel der Stube aufbewahrt. Dort bleibt er, bis im darauffolgenden Jahr der neue Buschen an seine Stelle kommt. Der alte Strauß wird nicht achtlos weggeworfen, sondern verbrannt. ­Denn nach altem Brauch soll alles was einmal den Segen Gottes empfangen hat verbrannt werden ....

Am Frauentag beginnt außerdem der so genannte "Frauendreißiger" die 30 Tage zwischen Mariä Himmelfahrt und Mariä Namen (12. September).

Früher sammelte man in dieser Zeit ganz bewusst die Eier. Es galt die Meinung daß "die Dreißigst-Oir" besonders haltbar waren und lange aufgehoben werden konnten.

Die Kräuter sollen in dieser Zeit am schönsten sein, den intensivsten Duft haben und die stärkste Heilkraft haben. So werden Kräuter die man zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit nutzen will gerade in dieser Zeit geerntet.

Je nach Region wird der Kräuterbüschel gebunden aus verschiedensten Kräutlein. Die Anzahl schwankt zwischen sieben, neun 33 und 77.
Die Zahl 9 ist genauso wie die Zahlen 3 und 7 seit jeher eine bedeutungsvolle, geheiligte Zahl.

Folgende Heil- und Gewürzkräuter finden in der Regel Verwendung:

Königskerze: bildet immer den Mittelpunkt des Buschens, (Tee aus Blüten bei Husten und Bronchitis) wächst besonders auf den Ödlandflächen des Kesseltals, wird dort auch Hauskerze genannt

Wetterkerze: ist zu erkennen an ihren samdigen Blättern und bläulichen Blüten Johanniskraut (Tee als Nervenmittel und bei Kopfschmerzen, Öl bei Verbrennungen und Verbrühungen, Gicht, Rheuma, Ischias) Schafgarbe (Tee zur Blutreinigung, bei Blutungen, Bronchitis, Magen- und Darmbeschwerden)

Kamille (Magentee, und zur Wundheilung) Spitzwegerich (Blätter bei Insektenstichen auflegen) Wegwarte (bei Hautverletzungen )

Zinnkraut (Tee bei Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht) Salbei (Tee bei Mundschleimhautentzündungen) Hirtenräschelkraut ( Tee hat fiebersenkende Wirkung) Frauenmantel (Tee bei Unterleibsleiden)

Schöllkraut (gegen Warzen)

Lavendel (Tee aus Blüten gegen Akne, Kopfschmerzen, Schwindel" Blähungen) Baldrian (Tee zur Beruhigung) Rainfarn (Tee gegen Krämpfe und Fieber) Wermut

 

Gewürzkräuter:
Beifuß (Tee bei Magen- Darm- und Gallestörungen) Thymian (Tee bei Erkältungskrankheiten, Katarrh, Husten)

Liebstöckel, Dill, Majoran, Rosmarin, Estragon, Pfefferminze, Melisse, Petersilie. Grundsätzlich gehört auch ein Gedreidesträuslein in den Kräuterbüschel. Es besteht aus Gerste, Weizen, Roggen und Hafer.

Wegen ihrer Farbenpracht sollten in den Kräuterbuschen auch einige Gartenblumen wie Rosenmalve, Zinnie, Ringelblume, Sonnenblume Gladiole und Dahlien eingeflochten werden.

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